Es war unheimlich nacht, als es regnete. Ich hielt meinen Regenschirm hoch, doch der Wind kam von der Seite. Es war nicht kalt, aber ich wollte nicht nass werden. Ich ging über feuchte Pflastersteine, die das Licht der Laternen reflektierten. Zwei Welten.
Der Absatz meiner Schuhe klang nur kurz nach, die Nacht dämpfte sehr.
Die Stadt, und wenn ich sage die Stadt, meine ich nicht die Stadt, wie man sie kennt, sondern ich meine die Stadt bei Nacht, und nicht die Nachtstadt, die die pulsierenden Menschenknäuel auspuckt, sondern die Nachtstadt, die den Einsamen vorbehalten ist, die Stadt war sehr steinig. Von Menschen gebaut, von Menschen belebt und ich kam mir vor wie ein Fremder, wie einer, der hier zwar viel Platz hat, aber der Platz ist keiner, den man gerne ausfüllt sondern einer, der seine ganz eigene Kälte hat.
Ich wollte nicht frieren.
Der Regen setzte aus, der Wind blieb, ich fror nicht und blieb trocken. Was wünscht man sich mehr?
Wenn es regnet, will man, dass die Sonne scheint, wenn die Sonne brennt, will man, dass die Sonne weniger scheint, wenn die Sonne nicht brennt und es nicht regnet, will man zufrieden sein, wenn man zufrieden ist, will man glücklich sein, wenn man glücklich ist, glücklicher, und dann ist es gut, und es wird nie gut.
Aber ich hatte ja noch den Wind. Und meinen Kopf, weil ich weiß, dass es keine Seele gibt, kein Herz, nur meinen Kopf.
Ich lass den Regen aufhören, sogar den Wind, und dann ist es sehr warm, aber nicht heiß, und das Gras ist sehr grün und es ist Tag. Ich esse vielleicht ein Eis mit frischen Früchten.
Ein Eis, serviert mit Freundlichkeit, dann mit festem Willen bezahlt und später bereut.
Ein Eis?
Ich bin immernoch in der Stadt, es ist nacht, aber es regnet nicht mehr. Ich will mich auf eine Bank setzen, aber sie ist nass und ich will trocken bleiben, also laufe ich weiter. Ich begegne niemandem und in den meisten Fenstern brennt kein Licht mehr, manchmal sieht man nur einen wilden Bilderwechsel auf den Vorhängen. Ich habe keinen Bilderwechsel, mein Bild ist die Stadt, die Nachtstadt, in der niemand mehr zu sehen ist.
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